Eigentlich legt man ja die Füße hoch, wenn man einen anstrengenden Tag hinter sich hat. Nach einen Termin beim Chirurgen meines Vertrauens in Hannover (Eine Schulter-OP steht an) und anschließendem Stadtbummel bzw. Shopping, war ich auch etwas platt. Aber nach der langen Autofahrt musste ich irgendwie doch wieder laufen. Der Mix aus Sonne, Wolken und sogar Regen ließ auf interessante Fotos hoffen. Also schnell die Wanderschuhe rausgekramt und auf ins Moor. Nicht, dass das Gelände unbedingt Wanderschuhe braucht, denn die Wanderwege sind gut befestigt. Aber wenn es geregnet hat sind die Wanderschuhe einfach besser geeignet.
Je nach Tageszeit fahre ich zu unterschiedlichen Parkplätzen, die es rund um das Moor gibt. Bei Sonnenaufgang fahre ich eher zu den Plätzen an der westlichen Seite des Moores, am Nachmittag und Abend für den Sonnenuntergang eher in östliche Richtung. Heute ging es zum Parkplatz 5, der schon ganz knapp in Hille liegt:
Der Parkplatz ist nicht besonders gut in Schuss und auch das letzte Stück Weg dahin ist mittlerweile eher eine Piste für den Geländewagen, also parke ich meinen Van immer ein Stückchen davor an der Straße. Macht nichts, ein paar Schritte mehr sind nicht schlimm. Und ein Foto kann man dort auch noch schnell machen.

Vom Parkplatz aus ging es dann in Richtung Osten einen Weg entlang, der gerade am Anfang ziemlich zugewachsen ist. Das hatte ich anders in Erinnerung, weiß aber auch nicht ob ich schon mal im Sommer dort gewesen bin:

Der Pfad lichtet sich ziemlich schnell und man läuft quasi am Rande des Moores entlang. Auf der einen Seite das Moor, auf der anderen schon Felder und der Blick auf Nettelstedt in der Ferne. Man sieht abgestorbene Bäume aus dem Sumpf ragen und daneben quicklebendige, bunte Blumen. Das macht das Torfmoor so schön, Ruhe und gleichzeitig so viele Tiergeräusche, Leben und Vergänglichkeit direkt nebeneinander.



Was ich allerdings komplett verdrängt hatte: Die vielen Mücken, die einen beinahe bei lebendigem Leibe auffressen wollen, sobald man mal einige Sekunden ruhig steht. Man wird förmlich zum Buffet für die fiesen Blutsauger. Aber gut, ich bin ja auch dreist in ihr Habitat eingedrungen. Mückenschutz ist wichtig, ratet mal, wer nicht daran gedacht hat …
Ich habe diesmal keine Runde gemacht, sondern bin bis an das Ende des Weges gelaufen. Aber da bietet sich ein besonderes Highlight: Die abgestorbenen Bäume im Sumpf vor der tiefstehenden Sonne. Die Szene habe ich zugegebenermaßen nicht zum ersten Mal fotografiert aber ich glaube dieses Ergebnis mag ich bislang am liebsten, auch wenn es eine halbe Stunde später vielleicht noch besseres Licht gegeben hätte. Die kleinen Enten (die ich leider nicht auf dem Foto habe) und die Frösche, die lautstark quakten, machten das wieder wett.

Auf dem Rückweg habe ich mich dann wiederum gewundert, dass die Mücken mich mehr oder weniger in Ruhe gelassen haben. So schnell aufgegeben? Ich jedenfalls habe mich direkt am Abend noch hingesetzt und angefangen, die Fotos zu sichten und zumindest einige davon zu bearbeiten. Die Ergebnisse habt ihr hier gesehen. Ich hoffe sie gefallen euch!
Ihr wollt mehr vom Moor sehen? Schaut in die Galerie!

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